10 Alternativen zur Gehaltserhöhung: Sozialabgaben und Steuern sparen leicht gemacht

10 Alternativen zur Gehaltserhöhung: Sozialabgaben und Steuern sparen leicht gemacht

Viele Arbeitnehmer träumen von einer Gehaltserhöhung. Ein gestiegenes Einkommen bringt jedoch als nachteilige Nebenwirkung eine höhere Abgabenverpflichtung gegenüber dem Finanzamt mit sich. Das gewünschte Ziel der Netto-Mehreinnahmen bleibt vor allem bei geringen Beträgen im dreistelligen Bereich oftmals aus.

Als lohnenswerte Alternative bieten sich steuerfreie Extraleistungen wie Dienstwagen, übernommene Smartphone-Rechnungen und diverse Zuschüsse an. Aus steuerlicher Sicht profitieren Arbeitgeber und Arbeitnehmer gleichermaßen. Das Unternehmen kann derartige Benefits mitunter steuerlich absetzen und damit den steuerpflichtigen Gewinn minimieren. Auf Mitarbeiterseite unterliegen sie im Idealfall weder der Einkommenssteuer noch den Sozialabgaben. Allerdings stuft der Gesetzgeber lediglich einen Bruchteil der Leistungen des Arbeitgebers an seine Mitarbeiter als steuerfrei ein. Zudem sind je nach Art der Zuwendung bestimmte Freigrenzen zu beachten.

Dennoch erweisen sich Neben- und Extraleistungen gegenüber der klassischen Gehaltserhöhung oftmals als bessere Lösung. Dies betrifft sowohl die wirtschaftliche als auch die psychologische Seite. Neben dem monetären Vorteil wirken sich Benefits auch positiv auf die Bindung der Mitarbeiter an das Unternehmen aus. Als Alternativen zur Gehaltserhöhung stehen unter anderem zur Auswahl:

1. Dienstwagen und Dienstrad

Der klassische Dienstwagen ist von der Einkommenssteuer befreit, sofern ihn der Arbeitnehmer zu geschäftlichen Zwecken nutzt. Davon sind sowohl Dienstfahrten zu Kunden als auch Fahrten zwischen dem Arbeitsplatz und dem Wohnsitz erfasst. Die Privatnutzung eines Dienstwagens unterliegt als sogenannter geldwerter Vorteil der Steuerpflicht. Ein Dienstrad bietet demgegenüber den Vorteil, dass es ohne jegliche Einschränkung nutzbar ist.

2. Firmenhandy und Dienstcomputer

Arbeitgeber können ihren Mitarbeitern Ersparnisse zukommen lassen, indem sie ihnen die private Verwendung von Firmenhandys und von dienstlichen Computern oder Tablets gestatten. Selbst wenn Arbeitnehmer diese dienstlichen Arbeitsmittel für persönliche Zwecke verwenden, müssen sie diese Extraleistungen nicht versteuern. Im Vergleich zum Dienstwagen liegt nämlich kein geldwerter Vorteil vor. Allerdings muss das Unternehmen Eigentümer sein. Die Geräte sollten dem Mitarbeiter daher keinesfalls als Geschenke übergeben werden, weil die Schenkung eine verpflichtende Besteuerung der Sachleistung mit dem persönlichen Steuersatz des Mitarbeiters auslösen würde.

3. Smartphone und Handyrechnung

Das Diensthandy stellt nicht die einzige Option dar. Alternativ schließt der Mitarbeiter über das Unternehmen einen Leasingvertrag für ein Smartphone ab, wobei das Unternehmen als Leasingnehmer auftritt. Damit kann er das Handy ohne Einschränkung für private Zwecke verwenden. Nach Ablauf des zweijährigen Leasingvertrages hat er die Möglichkeit, das Handy zu einem deutlich verminderten Preis käuflich zu erwerben. Der Arbeitgeber kann auch die Handyrechnung finanzieren, indem er dem Mitarbeiter nachträglich einen Geldbetrag für die beglichene Rechnung überweist.

4. Sachleistungen

Sachleistungen des Arbeitgebers an den Arbeitnehmer sind bis zu einer monatlichen Freigrenze von 44 Euro steuerfrei. Der Arbeitgeber kann daher jedem Mitarbeiter jährlich Sachwerte im Nettowert von 528 Euro unentgeltlich zukommen lassen. Er erbringt die Zuwendungen in Form von Warengutscheinen wie:

  • Jobticket zur Inanspruchnahme öffentlicher Verkehrsmittel
  • Gutscheine für Bücher
  • Tankgutscheine

Alternativ kann der Arbeitgeber dem Angestellten eine sogenannte Prepaid-Kreditkarte übergeben. Er lädt die Kreditkarte mit einem Guthabenwert bis zu 44 Euro auf. Der Vorzug dieser Lösung liegt darin, dass der Arbeitnehmer den Betrag beliebig verwenden kann, ohne an einen bestimmten Verwendungszweck gebunden zu sein.

5. Anlassbezogene Zuwendungen

Diese Prepaid-Kreditkarten sind zudem bei anlassbezogenen Zuwendungen einsetzbar und damit die ideale Alternative zum nicht steuerfrei möglichen Geldgeschenk. Als Geschenk kommen auch ein Blumenstrauß oder eine Flasche Wein infrage. Der Arbeitgeber kann dem Arbeitnehmer solche Präsente drei Mal jährlich im Wert von 40 Euro zu einem besonderen persönlichen Anlass überreichen, zum Beispiel:

  • Hochzeit
  • Geburtstag
  • Jubiläum

6. Firmenwerbung

Als Gegenleistung für erbrachte Werbeleistungen kann der Arbeitgeber einen Betrag von 21 Euro pro Monat an den Arbeitnehmer auszahlen. Als klassischer Anwendungsfall gilt das Anbringen eines Firmenlogos auf dem Auto des Mitarbeiters.

7. Mitarbeiterrabatte

Wenn der Arbeitgeber seinen Mitarbeitern Rabatte auf firmeneigene Produkte gewährt oder Freimengen für den persönlichen Bedarf zur Verfügung stellt, lassen sich ebenfalls Einsparungen realisieren. Derartige Vergünstigungen sind bis zu einem Jahresbetrag von 1.080 Euro steuerfrei.

8. Zuschüsse für Verpflegung

Wenn das Unternehmen über eine eigene Firmenkantine verfügt, sind Mitarbeitervergünstigungen für die dort konsumierten Mahlzeiten eine beliebte Form der finanziellen Unterstützung. Andernfalls kann der Arbeitgeber seinem Mitarbeiter täglich Essenszuschüsse im Wert von 3,10 Euro gewähren. Dies entspricht einem Jahresbetrag von 558 Euro, welcher nicht zu versteuern ist. Essensgutscheine können sogar in Höhe von 6,03 Euro pro Arbeitstag realisiert werden, unabhängig davon ob sie in einem Restaurant oder Supermarkt einlösbar sind. Der Differenzbetrag von 3 Euro muss vom Arbeitgeber pauschal besteuert werden.

9. Beteiligung an den Kinderbetreuungskosten

Finanzielle Entlastung bringen Zuschüsse zu den Kinderbetreuungskosten, sofern das Unternehmen sie als freiwillige Zusatzleistung gewährt. Wenn sie als Ersatz für einen Teil des Lohnes erbracht werden, sind sie hingegen steuerpflichtig. Beliebt sind Zuschüsse für:

  • Betriebskindergärten
  • Unterbringung in einem externen Kindergarten oder Hort
  • Betreuung durch eine Tagesmutter oder in einer Kinderkrippe

10. Gesundheitsmaßnahmen

Arbeitgeber können für jeden Mitarbeiter einen Jahresbetrag von 500 Euro für gesundheitsfördernde Maßnahmen im Betrieb aufwenden. In Betracht kommen insbesondere:

  • Wirbelsäulen-Trainings
  • Anti-Stress-Übungen
  • Entspannungs- und Fitnesskurse

Unternehmen haben zudem die Möglichkeit, für ihre Arbeitnehmer eine Krankenzusatzversicherung abzuschließen.

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