Arbeiten im Rentenalter

Arbeiten im Rentenalter

Beschäftigen Arbeitgeber Rentner als Aushilfen oder Teilzeitkräfte, müssen beide Parteien einiges beachten. So sollte man als Arbeitgeber darüber informiert sein, was ein Rentner zu seiner Rente hinzuverdienen darf und welche Sozialversicherungsbeiträge abzuführen sind. Oder, dass ein Rentner, der wegen Vollendung seines 65. Lebensjahres die Regelaltersrente erhält, unbeschränkt hinzuverdienen darf. Der Verdienst als Aushilfe oder Teilzeitkraft wird nicht auf die Rente angerechnet. Bei allen anderen Altersrenten ist der Hinzuverdienst begrenzt.

Altersvollrente und Beschäftigung

Beziehen Personen aufgrund ihres Alters eine Vollrente aus der gesetzlichen Rentenversicherung, ist diese kranken- und pflegeversicherungspflichtig.

Hinsichtlich des Beitragssatzes in der Krankenversicherung gibt es allerdings Besonderheiten. Der Anspruch auf Krankengeld ist für die Personen, die aufgrund ihres Alters Vollrente aus der gesetzlichen Rentenversicherung beziehen, ausgeschlossen. Üben sie neben der Altersvollrente eine Beschäftigung aus, die krankenversicherungspflichtig ist, gilt für sie der ermäßigte Beitragssatz.

Rentenversicherung

Wer Altersrente aus der gesetzlichen Rentenversicherung bezieht, ist versicherungsfrei, das heißt, es müssen keine Beiträge an die gesetzliche Rentenversicherung abgeführt werden. Allerdings muss der Arbeitgeber den Beitragsanteil, wenn die Beschäftigung versicherungspflichtig wäre, zahlen (§ 172 SGB VI).

Wer vor dem Erreichen der Regelaltersgrenze aufgrund der Anrechnung des Arbeitseinkommens auf die Rente nur die Teilrente erhält, dessen Beschäftigung ist Rentenversicherungspflichtig. Meist handelt es sich hierbei um Teilzeitbeschäftigungen.

Personen, die Erwerbsminderungsrente beziehen und die mehr als einer geringfügigen Beschäftigung nachgehen, sind versicherungspflichtig. Meist wird in diesen Fällen die Rente als Teilrente ausgezahlt.

Arbeitslosenversicherung

Gehen Arbeitnehmer im Rentenalter einer Beschäftigung nach, ist diese versicherungsfrei – allerdings nicht für den Arbeitgeber. Die gleiche Regelung gilt auch, wenn der Arbeitnehmer vor dem 65. Lebensjahr vorzeitiges Altersruhegeld als Vollrente bezieht.

Erhält eine Person nur eine Teilrente, ist dessen Arbeit versicherungspflichtig.

Verliert ein Arbeitnehmer vor seinem 65. Lebensjahr (Basis ist hier das Ende des Monats, in dem er die 65 erreicht) den Teilzeitjob, hat er Anspruch auf Arbeitslosengeld.

Kranken- und Pflegeversicherung

Geht die Beschäftigung über die 450-Euro-Grenze hinaus, ist im Regelfall die Beschäftigung versicherungspflichtig. Dabei ist es jedoch so, dass für die Betroffenen nur der ermäßigte Beitragssatz anfällt, da Bezieher der Altersrente keinen Anspruch auf Krankengeld haben. Derzeit liegt der ermäßigte Beitragssatz bei 14,3 Prozent – der Arbeitnehmer trägt 7,6 Prozentpunkte, der Arbeitgeber 6,7 Prozentpunkte.

Bezieht ein Arbeitnehmer Altersteilrente und seine Krankheit geht über den Entgeltfortzahlungszeitraum hinaus, hat er Anspruch auf Krankengeld. Für diese Arbeitnehmer gilt somit der allgemeine Beitragssatz in der Krankenversicherung.

Entsprechendes gilt hinsichtlich der Versicherungspflicht bei der Pflegeversicherung. Hier gibt es bei den Beiträgen keinerlei Unterschiede gegenüber anderen, jüngeren Arbeitnehmern.

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