Arbeitgeberdarlehen – alles Wichtige für Arbeitgeber kurz erklärt!

Arbeitgeberdarlehen - alles Wichtige für Arbeitgeber kurz erklärt!

Unternehmen haben die Möglichkeit, ihren Mitarbeitern ein Arbeitgeberdarlehen zu gewähren.

Für das Arbeitgeberdarlehen gelten die üblichen, zivilrechtlichen Vorschriften eines Darlehensvertrags, da es sich um einen ganz normalen Kredit handelt. Dabei gilt der Gleichbehandlungsgrundsatz für alle Arbeitnehmer, das heißt, Teilzeitkräfte dürfen nicht schlechter als Vollzeitangestellte behandelt werden. Das bedeutet jedoch nicht, dass Sie als Arbeitgeber grundsätzlich jedem Mitarbeiter ein solches Darlehen gewähren müssen. Bestehen bei dem Mitarbeiter Verschuldungen oder Lohnpfändungen, sind diese legitimen Gründe, den Kredit zu verweigern.

Das eigentliche Merkmal des Arbeitgeberdarlehens ist, dass die Konditionen besonders günstig sind. Arbeitgeber dürfen das Arbeitgeberdarlehen nicht als Gegenleistung für die Arbeitsleistung des Mitarbeiters ansehen, allerdings kann ein solches Darlehen durchaus der Mitarbeiterbindung und Mitarbeitermotivation dienen.

Wissenswertes zum Arbeitgeberdarlehen

In der Regel können mit dem Arbeitgeberdarlehen Fortbildungsmaßnahmen des Mitarbeiters oder der Erwerb von Wohneigentum finanziert werden – häufig sind Arbeitgeberdarlehen zweckgebunden.

Firmeneigene Produkte dürfen von dem Darlehen nicht gekauft werden. In § 107 Abs. 2 Satz 2 Gewerbeordnung (GewO) wird dieses Verbot für Arbeitgeber, Mitarbeitern Waren auf Kredit zu überlassen, geregelt. In Hinblick auf die Kredithöhe gibt es keine Einschränkungen.

Ausnahme: Planen Sie als Arbeitgeber, mit dem Unternehmen an die Börse zu gehen, kann das Arbeitgeberdarlehen vom Mitarbeiter darauf verwendet werden, Unternehmensaktien zu erwerben. Wobei Sie als Arbeitgeber in der Pflicht stehen, über die möglichen Risiken eines Börsenganges zu informieren.

Zur Absicherung beider Seiten und damit das Arbeitgeberdarlehen auch rechtlich auf sicheren Füßen steht, ist eine schriftliche Vereinbarung unerlässlich.

Diese sollte folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • Effektivzins mindestens 5% (seit dem Jahr 2004)
  • Höhe des Darlehens
  • Laufzeit
  • gegebenenfalls Sicherheiten
  • Rückzahlungsmodalitäten (Tilgungsplan)
  • Kündigungsmöglichkeiten

Versäumen Sie es, die Darlehensbedingungen schriftlich zu fixieren oder fehlt die Angabe des Zinssatzes, wird das Arbeitgeberdarlehen als zinslos angesehen und muss komplett versteuert werden.

Vorteile des Arbeitgeberdarlehens für den Arbeitgeber

  • Für Sie als Arbeitgeber hat ein solches Darlehen den Vorteil, dass es eine günstige Alternative zu einer Gehaltserhöhung darstellt.
  • Sie haben ein geringes Ausfallrisiko, da im Falle des Verzugs bei der Rückzahlung Sie ein Zurückbehaltungsrecht beim Arbeitslohn besitzen.
  • Im Falle einer Kündigung ist der Arbeitnehmer dazu verpflichtet, das Arbeitgeberdarlehen sofort zurückzuzahlen – wenn dies vertraglich so festgelegt wurde. Die Beendigung des Arbeitsverhältnisses führt ohne eine gesonderte vertragliche Vereinbarung nicht zur Rückzahlungspflicht des Mitarbeiters.
  • Gezahlte Zinsen können Sie als Betriebseinnahmen verbuchen.

Oftmals wird bei den Arbeitgeberdarlehen auf eine Sicherheit verzichtet, da die monatlichen Zins- und Tilgungsbeträge vom Gehalt abgezogen werden. Ein Aspekt, der für das Arbeitgeberdarlehen spricht, ist, dass Sie als Arbeitgeber, den Mitarbeiter zum einen unterstützen und ihn zum anderen an das Unternehmen binden. Hinzu kommt, dass Sie und Ihr Arbeitnehmer – wenn das Darlehen die 2.600 Euro nicht übersteigt – Sozialversicherungsbeiträge einsparen.

Die Zinsregelung beim Arbeitgeberdarlehen

Sie entscheiden darüber, zu welchem Zinssatz Sie dem Mitarbeiter das Arbeitgeberdarlehen gewähren.

In der Regel erhalten Mitarbeiter einen geringeren Zinssatz als bei banküblichen Krediten. Für den Arbeitnehmer sind diese Zinsvorteile ein geldwerter Vorteil (Rechtsprechung Bundesfinanzhof – AZ VI R 28/06), der in Form von Sachbezügen der Lohnsteuer unterliegt – wenn am Ende des Lohnzahlungszeitraums die Summe der noch nicht getilgten Darlehen den Wert von 2.600 Euro nicht übersteigt.

Gewähren Sie als Arbeitgeber dem Mitarbeiter das Darlehen zu den marktüblichen Zinssätzen, liegt kein steuerpflichtiger Vorteil vor.

Sollten Sie dem Mitarbeiter das Darlehen zinslos gewähren, gilt das komplette Darlehen als steuerpflichtiger Arbeitslohn.

  • 8 Abs. 2 Einkommensteuergesetz regelt den Grundfall der Besteuerung von Zinsvorteilen aus Arbeitgeberdarlehen.

Arbeitgeberdarlehen bis 2.600 Euro

Darlehen durch den Arbeitgeber bis 2.600 Euro liegen unter der Freigrenze und sind lohnsteuerfrei. Für die Prüfung dieser Freigrenze ist die getilgte Darlehenssumme zum Ende des Lohnzahlungszeitraums die Basis. Gewähren Sie dem Arbeitnehmer mehrere Darlehen, sind diese zusammenzurechnen – unabhängig davon, zu welchem Zweck und zu welchen Konditionen sie gewährt wurden.

Arbeitgeberdarlehen über 2.600 Euro

Liegt die noch nicht getilgte Darlehensgebühr am Ende des Lohnzahlungszeitraumes über dem Betrag von 2.600 Euro, zählen die Zinsvorteile als Sachbezüge zu dem steuerpflichtigen Arbeitslohn – allerdings nur, wenn Sie als Arbeitgeber das Darlehen unter dem marktüblichen Zinssatz gewähren.

Das zählt nicht als Arbeitgeberdarlehen

Vorschüsse auf Reisekosten oder Auslagenersatz an Mitarbeiter, gilt nicht als Arbeitgeberdarlehen. Ebenso zählen Gehaltsvorschüsse oder Lohnabschlagszahlungen, die von den für die Zahlung des Arbeitslohns ursprünglich vereinbarten Bedingungen abweichen und für die kein Darlehensvertrag abgeschlossen wurde, nicht zu den Arbeitgeberdarlehen.

Gehaltsvorschüsse im öffentlichen Dienst, die nach den Vorschussrichtlinien der Länder oder des Bundes gewährt werden, stellen Arbeitgeberdarlehen dar!

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