Beschäftigung von Studenten

Beschäftigung von Studenten

Jedes Jahr jobben Tausende von Schülern und Studenten während der Ferien, um sich einige Euro zu verdienen. Doch was ist bei der Beschäftigung von Studenten zu beachten, was ist wichtig?

Üben Studenten während des Studiums eine mehr als geringfügige Nebenbeschäftigung aus, gelten Sie als so genannte „Werkstudenten“. Wer sich allerdings im Promotionsstudium befindet, gilt nicht als Werkstudent! Ebenso greift die Werkstudentenregelung nicht mehr, wenn die Abschlussprüfung im Studienfach bereits abgelegt wurde. Folgende Regelungen sind bei der Beschäftigung von Studenten gleichfalls zu beachten:

Geringfügige Beschäftigung von Studenten

Studenten, die neben dem Studium auf geringfügiger Basis arbeiten und auf 450-Euro-Basis entlohnt werden, sind Minijobber und keine Werkstudenten. Ebenso die Studenten, die bis zu 3 Monaten oder 70 Arbeitstagen im Kalenderjahr arbeiten. Die Regelung „Werkstudent“ beginnt dort, wo die geringfügige Beschäftigung aufhört.

Das Studium steht im Vordergrund

Werden Zeit und Arbeitskraft bei einem „jobbenden“ Studenten überwiegend vom Studium in Anspruch genommen, ist die Beschäftigung in der Kranken- und Arbeitslosenversicherung versicherungsfrei und auch in der Pflegeversicherung nicht versicherungspflichtig. In diesem Fall ist die Person also mehr Student als Arbeitnehmer und somit Werkstudent. Damit diese Regelung greifbar und umsetzbar ist, wurde die 20-Stunden-Regelung aufgestellt. Für Beschäftigungen, die nicht mehr als 20 Stunden in der Woche ausgeübt werden, gilt die Werkstudentenregelung.

Beschäftigungen von Studenten mit über 20 Wochenstunden

Übersteigt die Beschäftigung bei Studenten die genannten 20 Stunden, wird davon ausgegangen, dass das Studium nicht mehr eindeutig im Vordergrund steht und dadurch tritt automatisch die Sozialversicherungspflicht ein. Liegt die Gesamtdauer der Erwerbstätigkeit unter dem Zeitaufwand, der für ein ordnungsgemäßes Studium notwendig ist, und sind die Zeiten an die Erfordernisse des Studiums angepasst, gilt die Sozialversicherungspflicht nicht. Im Klartext bedeutet dies, dass, wenn die Beschäftigung von Studenten am Wochenende oder in den Abend- und Nachtstunden erfolgt, das Überschreiten der 20-Stunden-Regelung nicht relevant ist.

Beispiel:

Ein Student verdient bei der Nachtwache im Krankenhaus bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 22 Stunden 100 Euro. In diesem Fall gilt die Werkstudentenregelung, da zum einen die Tätigkeit in der Nacht ausgeübt wird und somit das Studium weiterhin im Vordergrund steht.

Studentenjobs in den Semesterferien

Während der Semesterferien kann die Beschäftigung von Studenten unabhängig von der Wochenarbeitszeit ausgeübt werden. Auch wenn die Arbeitszeit über die 20 Wochenstunden hinausgeht, ist die Beschäftigung Kranken- und Arbeitslosenversicherungsfrei und auch nicht versicherungspflichtig in der Pflegeversicherung.

Bei Beschäftigungen, die vom Zeitraum über die Semesterferien andauern, greift nur dann die Werkstudentenregelung, wenn der Beschäftigungsumfang zu den Vorlesungszeiten wieder unter die 20 Wochenarbeitsstunden geht.

Beispiel:

Ein Student ist ab Januar mit einer wöchentlichen Arbeitszeit von 19 Stunden und einem Entgelt von 900 Euro monatlich beschäftigt. Mit Beginn der Semesterferien Mitte Februar arbeitet er bis Ende März wöchentlich etwa 40 Stunden. Dafür erhält er ein Monatsentgelt von 2.000 Euro. Mit Beginn des Semesters reduziert er den wöchentlichen Arbeitsumfang auf 19 Stunden pro Woche.

Es handelt sich bei dieser Konstellation durchgängig um die Werkstudentenregelung, da nur in den Semesterferien die wöchentliche Arbeitszeit über 20 Stunden lag.

Gibt es ausnahmsweise zeitliche Überschneidungen in die Zeit der Vorlesungen hinein, dies allerdings längstens bis zu 2 Wochen, bleibt die Beschäftigung dennoch in der Kranken- und Arbeitslosenversicherung versicherungsfrei, ebenso wird die Beschäftigung in der Pflegeversicherung nicht versicherungspflichtig. Treten solche Überschneidungen vor und nach den Semesterferien auf, gilt der Zeitraum allerdings für insgesamt 2 Wochen.

Studenten mit mehreren Jobs neben dem Studium

Üben Studenten mehrere Beschäftigungen aus, wird die Regelung der 20-Stunden-Grenze auf die Gesamtheit angewandt. Das heißt, alle wöchentlichen Arbeitszeiten werden addiert. Liegt dieses Ergebnis unter den 20 Stunden, greift die Werkstudentenregelung, obwohl es sich um mehrere Beschäftigungen handelt. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass auch die Arbeitszeit einer geringfügig entlohnten Tätigkeit dazu zählt.

Liegt eine geringfügige Beschäftigung von Studenten vor?

Bei mehreren Beschäftigungen ist zu prüfen, ob eine geringfügige Beschäftigung vorliegt. Liegt die Summe der Arbeitszeiten über 20 Stunden, werden alle Beschäftigungen sozialversicherungspflichtig. Bei den einzelnen Beschäftigungsverhältnissen kann zudem geprüft werden, ob es sich jeweils um einen Minijob, also eine geringfügige Beschäftigung, handelt. Für Beschäftigungen, denen während der Vorlesungszeit mit mehr als 20 Wochenstunden nachgegangen wird, oder die von vornherein auf nicht mehr als 3 Monate oder 70 Arbeitstage befristet sind, besteht Sozialversicherungsfreiheit.

Studenten und die Rentenversicherung

Für beschäftigte Studenten gilt in der Rentenversicherung grundsätzlich keine Sonderregelung. Das heißt, beschäftigte Studenten sind in aller Regel rentenversicherungspflichtig.

Wenn sie eine befristete, kurzfristige Beschäftigung ausüben, sind sie rentenversicherungsfrei.

Gehen sie allerdings einer geringfügig entlohnten Tätigkeit nach, sind sie rentenversicherungspflichtig. Allerdings kann sich der Student auf Antrag gegenüber dem Arbeitgeber von der Rentenversicherungspflicht befreien lassen.

In der Rentenversicherung gilt die Werkstudentenregelung nicht.

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