Das 1×1 des Urlaubs: Was Arbeitgeber wissen sollten

Das 1x1 des Urlaubs: Was Arbeitgeber wissen sollten

Die Sommerferien haben begonnen und die Haupturlaubszeit des Jahres läuft auf vollen Touren. Jetzt ist wieder die Zeit, in der es besonders häufig zu Streitigkeiten zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern über die genaue Ausgestaltung des Jahresurlaubs kommt. Dieses Einmaleins zeigt die wichtigsten Fakten rund um das Urlaubsrecht.

Urlaubsanspruch der Arbeitnehmerschaft

Arbeitnehmer haben einen Urlaubsanspruch nach dem Bundesurlaubsgesetz (BUrlG). Gemäß § 3 Abs. 1 BUrlG beträgt dieser pro Jahr mindestens 24 Werktage, also vier Wochen. Für Teilzeitmitarbeiter können Sie den Urlaubsanspruch folgendermaßen berechnen:

24 Werktage : 6 Werktage/Woche x Anzahl Arbeitstage Teilzeitmitarbeiter = Urlaubsanspruch

Einen höheren Urlaubsanspruch haben bestimmte Arbeitnehmergruppen. Behinderten Arbeitnehmern steht pro Jahr ein Zusatzurlaub von fünf Arbeitstagen zu (§ 125 Abs. 1 SGB IX). Auch jugendliche Arbeitnehmer erhalten je nach Alter einen verlängerten Urlaubsanspruch (25 Werktage bei < 18 Jahre, 27 Werktage bei < 17 Jahre und 30 Werktage bei < 16 Jahre).

Tipp: Übrigens gilt das Bundesurlaubsgesetz nicht nur für Voll- und Teilzeitmitarbeiter, sondern auch für Ferienaushilfen, Minijobber, Praktikanten und Werkstudenten.

Urlaub, Krankheit, Sonn- und Feiertage

Auf den Jahresurlaub dürfen weder Sonn- und Feiertage noch Krankheitstage angerechnet werden. Weist der Arbeitnehmer seine Erkrankung während seines Erholungsurlaubs mittels Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung nach, müssen ihm die dadurch entgangenen Urlaubstage wieder gutgeschrieben werden. Wenn eine längerfristige Erkrankung vorliegt, darf der Urlaub nicht entsprechend dieser Zeit gekürzt werden. Kann der Arbeitnehmer seinen Urlaub wegen der Arbeitsunfähigkeit nicht komplett bis zum Jahresende nehmen, kann er ins nächste Jahr übertragen werden. Möchte der Arbeitnehmer direkt nach einer längeren Arbeitsunfähigkeit oder einer medizinischen Rehabilitationsmaßnahme Urlaub nehmen, darf der Arbeitgeber dies nicht verweigern.

Wenn die Erholung gefährdet ist

Zweck des Jahresurlaubs ist die Erholung des Arbeitnehmers. Dies bedeutet, dass während der Urlaubszeit eigentlich überhaupt keiner beruflichen Tätigkeit nachgegangen werden sollte, denn dies spräche dem „Urlaubszweck“ entgegen. In der Praxis erlauben aber viele Arbeitgeber einen Nebenjob, der auch außerhalb der Urlaubszeit ausgeübt wird, da er bei vielen Arbeitnehmern für den Lebensunterhalt notwendig ist.

Zu viel Resturlaub – und nun?

Wenn am Ende des Jahres noch ein Teil des Urlaubsanspruchs übrig ist, so kann dieser gemäß § 7 Abs. 3 BUrlG auf das nächste Jahr übertragen werden. Allerdings gilt dies nur, wenn dringende betriebliche oder in der Person des Arbeitnehmers liegende Gründe vorliegen, die die Übertragung rechtfertigen. Ausgezahlt werden soll der Urlaub aber nicht – diese Möglichkeit behält der Gesetzgeber ausschließlich der Situation vor, wenn ein Arbeitnehmer aus dem Unternehmen ausscheidet und seinen Urlaub nicht mehr nehmen kann.

Die große Streitfrage: Wer bekommt wann Urlaub?

Am häufigsten zu Streitigkeiten führt jedoch die Frage nach der Lage und Dauer des Urlaubs. Gerade wenn Mitarbeiter mit schulpflichtigen Kindern mit von der Partie sind, können sich die Kollegen untereinander oftmals nicht einigen. Grundsätzlich hat der Arbeitnehmer das Recht, selbst zu bestimmen, wann er Urlaub nehmen möchte. Sofern dem keine dringenden betrieblichen Gründe entgegenstehen, kann der Arbeitgeber ihm diesen nicht verwehren. Anders sieht die Situation jedoch aus, wenn andere Mitarbeiter aus sozialen Gründen bevorzugt werden müssen, beispielsweise wenn sie wegen schulpflichtiger Kinder nicht außerhalb der Schulferien Urlaub nehmen können, da sonst die Kinderbetreuung nicht sichergestellt wäre. § 7 Abs. 2 BUrlG sieht vor, dass Arbeitnehmer das Recht haben, ihren Erholungsurlaub zusammenhängend zu nehmen. Wenigstens einmal pro Jahr müssen es jedoch mindestens zwölf aufeinanderfolgende Tage Urlaub sein.

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