Der Dienstwagen als Geldwerter Vorteil?

Dienstwagen

Bild: Rainer Sturm / pixelio.de

Ein Dienstwagen gehört in vielen Branchen zum guten Ton. Möchte man, dass das eigene Unternehmen auch nach außen hin repräsentiert wird, wird den Mitarbeitern in der Regel ein Firmenwagen zur Verfügung gestellt. Doch die Nutzung eines Dienstwagens kann für den Mitarbeiter einen erheblichen Steuernachteil bedeuten. Denn wird der Firmenwagen steuerlich als geldwerter Vorteil Ihres Unternehmens an Ihren Mitarbeiter gewertet, drohen dem Mitarbeiter hohe steuerliche Lasten.

Eigenes Auto oder Firmenwagen

Wenn Sie über einen Pool an Firmenwagen verfügen oder über die Anschaffung eines solchen nachdenken, hat das sowohl Vorteile als auch Nachteile für Ihre Mitarbeiter. Wollen Sie Ihre Mitarbeiter mit einem individuellen Firmenwagen ausstatten, um die repräsentative Wirkung Ihres Mitarbeiters zu stärken, sollten Sie einige Punkte beachten. Für den Mitarbeiter bedeutet ein Dienstwagen natürlich ein emotionaler Vorteil. Er kann das Unternehmen in angemessener Weise repräsentieren, kann aber auch die Vorzüge eines Dienstwagens genießen. Ein komfortables Fahrzeug mit gehobener Ausstattung sorgt auch für eine positive Personalbeziehung- und bindung. Doch verwendet Ihr Mitarbeiter den Dienstwagen nach steuerlichen Definitionen auch privat, hat Ihr Unternehmen Ihrem Mitarbeiter einen geldwerten Vorteil gewährt. In diesem Fall muss der Mitarbeiter 1% des Listenpreises vom Fahrzeug monatlich mit der Einkommenssteuer versteuern. Da es sich bei einem Dienstwagen, der zur Repräsentation eines Unternehmens geeignet ist, selten um einen Kleinwagen mit Minimalausstattung handelt, kann der Listenpreis eines Dienstwagens enorm hoch sein. Das kann im Einzelfall bedeuten, dass die Entscheidung für einen Firmenwagen bei einem Mitarbeiter negativ ausfällt, da das eigene Auto preiswerter ist. Dann fällt aber die repräsentative Wirkung des Unternehmens an dieser Stelle weg. Auch eine positive Personalbindung über das Argument Dienstwagen ist dann nicht zu erzielen. Doch wie können Sie eine solche Situation umgehen?

Wahlrecht bei der Berechnung

Zuerst einmal ist es wichtig, dass man sich den steuerlichen Grundsätzen bewusst ist. Denn nur, wer die Regeln kennt und beherrscht, kann sie auch für sich nutzen. Der erste Grundsatz bei der Nutzung eines Dienstwagens ist die private Nutzung. Denn nur, wer den Firmenwagen auch privat nutzt, nutzt einen geldwerten Vorteil vom Unternehmen. Doch welche Fahrten fallen unter die private Nutzung und welche nicht? Dienstlich veranlasste Fahrten, die von einer Arbeitsstätte aus getätigt werden, sind Dienstfahrten. Auch Fahrten zwischen verschiedenen, regelmäßigen Arbeitsstätten sind Dienstfahrten. Doch eine Fahrt von der Wohnung des Mitarbeiters zu einem Kunden oder zur Arbeitsstätte sind keine Dienstfahrten. Wollen Sie Ihrem Mitarbeiter aber auch für solche Fahrten den Firmenwagen überlassen, wird eine private Nutzung unterstellt. Doch auch dann kann man die Art der Berechnung des theoretischen Lohns noch wählen. Die gängige Variante ist die pauschale 1%-Regelung. Aufwendiger, aber unter Umständen lohnenswert ist die Fahrtenbuchmethode. Hier wird aufgelistet, wann und in welchem Umfang der PKW privat genutzt wird. Dies wird ins Verhältnis zu den dienstlichen Fahrten gesetzt. Aus dem Wert des Fahrzeuges ergibt sich dann das theoretische Einkommen, das versteuert werden muss.

Tipps und Tricks beim Dienstwagen

Es gibt Mittel und Wege, wie Sie die Besteuerung eines Dienstwagens umgehen können. Wenn Sie Ihre Mitarbeiter dahingehend beraten, kann sich ein Firmenwagen trotz strenger Besteuerung lohnen. Wenn Ihr Mitarbeiter zusätzlich zum Dienstwagen zum Beispiel ein Privat-PKW besitzt, der dem Dienstwagen ähnlich im Wert ist, kann die pauschale Versteuerung umgangen werden. In diesem Falle sieht das Steuerrecht nämlich als gegeben an, das dem Mitarbeiter kein geldwerter Vorteil entsteht und Privatfahrten auch mit dem Privatwagen erledigt werden. Aktuelle Gerichtsurteile bekräftigen diese Auslegung und machen diese Taktik zu einer lohnenden Alternative. Ist dies nicht möglich oder sinnvoll, kann es auch eine Lösung sein, eine monatliche Pauschale oder eine kilometerbezogene Pauschale für die Nutzung des Dienstwagens vom Mitarbeiter zahlen zu lassen. Auf diese Weise kann die Zahlung einer Einkommenssteuer auf den geldwerten Vorteil vermindert werden oder ganz entfallen.

Für jeden das richtige Modell

Je nach Situation in Ihrem Unternehmen und der privaten Situation der Mitarbeiter gibt es für jede Kombination auch das richtige Modell für einen Firmenwagen. Setzen Sie sich also mit Ihren Mitarbeitern individuell zusammen und besprechen Sie das günstigste Konzept im Individualfall.

 

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2 Kommentare

  • Hallo,
    von meinem Gehalt wird monatlich der geldwerte Vorteil aufgeschlagen, um ihn zu versteuern und hinterher wieder abgezogen. Zusätzlich habe ich aber noch ein Gehaltsverzicht vom Brutto von monatlich 0,9% des Listenpreis des Dienstwagens. Kann ich in dieser Situation die Besteuerung meines Dienstwagens umgehen? Wenn ja, wie mache ich das geltend?

    Vielen Dank und viele Grüße

    • Hallo Danny,

      vielen Dank für Ihren Kommentar. Leider können wir Ihre Fragen nicht beantworten, da dies steuerliche Beratung wäre und uns das Steuerberatungsgesetz (§6) dies verbietet. Daher können wir Sie nur an einen Steuerberater, Lohnsteuerhilfeverein oder Ihren Arbeitgeber verweisen.

      Mit besten Grüßen

      Team lohndirekt

      Zur Information:

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