Der Mindestbeitrag zur Rentenversicherungspflicht

Der Mindestbeitrag zur Rentenversicherungspflicht

Zur Optimierung der Altersvorsorge können Personen, die nicht der gesetzlichen Rentenversicherungspflicht unterliegen, freiwillig gesetzlich rentenversichert sein. Die Beitragshöhe sowie die Anzahl der jährlich geleisteten Beiträge sind dabei flexibel und können von dem freiwillig Versicherten selbst bestimmt werden. Allerdings gibt es eine vom Gesetzgeber festgelegte Grenze, einen definierten Mindest- sowie Höchstbeitrag. Genauere Informationen hierzu finden Sie auch im Glossar auf www.lohndirekt.de erläutert.

Freiwillige Rentenversicherung – Mindestbeitrag für Freiberufler

Freiberufler und Selbstständige sowie Ärzte und Anwälte, die nicht der gesetzlichen Rentenversicherungspflicht unterliegen, sollten überprüfen, inwieweit die freiwillige Versicherung lohnenswert ist. Dies könnte durchaus der Fall sein, wenn bereits über einen längeren Zeitraum Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung geleistet wurden – beispielsweise durch eine frühere Festanstellung, Erziehungszeiten, Ausbildung etc. Sollten diese Zeiten in der gesetzlichen Rentenversicherung für spätere Leistungsansprüche nicht ausreichen, würden sie gänzlich verfallen. Es lohnt sich in dem Fall, sich freiwillig zu versichern. Hierzu müsste allenfalls der Mindestbeitrag gezahlt werden. Im Einzelfall ist zu prüfen, welche Beitragshöhe gewählt werden sollte, um einen angemessenen Leistungsanspruch zu erwerben. Der zu leistende Mindestbeitrag wird jährlich neu festgelegt und beträgt für 2014 85,05 €, für das Jahr 2015 84,15 €. Dieser Betrag errechnet sich aus dem geltenden Beitragssatz auf 450,- € berechnet.

Einige Berufsgruppen wie Handwerker, Künstler, Lehrkräfte und Hebammen besitzen einen Sonderstatus, da ihre Altersvorsorge nicht wie bei den anderen Berufsgruppen über Versorgungswerke geregelt ist. Für sie kommt statt einer freiwilligen Rentenversicherung der Antrag auf Aufnahme in die Pflichtversicherung in Betracht.

Mindestgrenze für Minijobber

Der genannte Mindestbeitrag von derzeit 84,15 € bezieht sich auf ein monatliches Einkommen von 450,- €. Minijobber, deren Einkommen unter 450,- € liegt, sind nicht sozialversicherungspflichtig. Um die Rente entsprechend aufzustocken, können sie sich ebenfalls freiwillig versichern lassen. Die Mindestbeitragsbemessungsgrenze hierfür liegt derzeit bei 175,- €. Bei einem derzeitigen Beitragssatz von 18,7 %  beläuft sich also der Mindestbeitrag für freiwillig versicherte Minijobber auf 32,73 €.

Sofern sich der Minijobber für die freiwillige Versicherung entscheidet, muss berücksichtigt werden, dass der Mindestbeitrag in jedem Fall zu leisten ist, auch wenn das Einkommen 174,- € unterschreitet. Der vom Arbeitgeber zu tragende Anteil von 15 % berechnet sich jedoch immer aus dem tatsächlichen Entgelt, selbst wenn dies deutlich niedriger als die Bemessungsgrundlage ausfällt. In diesem Fall muss der Arbeitnehmer die Differenz zum Mindestbeitrag begleichen.  Unter Umständen, bei einem sehr niedrigen Einkommen, kann es also sein, dass kein Entgelt zur Auszahlung kommt und der Arbeitnehmer sogar noch Geld erstatten muss.

Wenn ein Minijobber mehrere geringfügig entlohnte Beschäftigungen ausführt, werden die Arbeitsentgelte zur Berechnung der Mindestbeitragsbemessungsgrundlage addiert.

Freiwillige Rentenversicherung für Midijobber

Als Midijob werden jene Beschäftigungen bezeichnet, für die der Angestellte ein monatliches Einkommen zwischen 450,01 € und 850,- € erhält. Für diese Gruppe gilt die Gleitzonenregelung, es werden niedrigere Sozialversicherungsbeiträge vom Arbeitnehmer gezahlt, während der Arbeitgeber den vollen Arbeitgeberanteil leistet. Beginnend bei 450,01 € steigt der Arbeitnehmeranteil mit dem Verdienst, bis er bei 850,- € die volle Beitragshöhe erreicht.

Um höhere Rentenansprüche zu erzielen, lohnt es sich unter Umständen für Midijobber, freiwillig den vollen Beitragssatz zu zahlen, auch wenn er sich in der Gleitzone befindet.

Weitere Informationen hierzu sind beim Deutschen Rentenversicherung Bund erhältlich.

Freiwillige Rentenversicherung lohnenswert

Die freiwillige Versicherung in der gesetzlichen Rentenversicherung kann also für bestimmte Berufsgruppen, die sich nicht von der Rentenversicherungspflicht befreien lassen, durchaus interessant und lohnenswert sein, zumal der Mindestbeitrag von 84,15 € ein Betrag ist, der in der Regel ohne Schwierigkeiten zu zahlen ist. Allerdings gilt: Je höher die Beiträge, umso höher ist auch der Rentenanspruch. Im Einzelfall muss also immer geprüft werden, welcher Beitragssatz unabhängig vom gesetzlich vorgeschriebenen Mindestbeitrag angemessen ist.

 

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