Die aktuellen Pfändungsfreigrenzen 2014

Wenn eine Lohnpfändung von einem Gläubiger beantragt wurde, wird sie vom Gericht an den Arbeitgeber zugestellt, der diese entsprechend bearbeiten muss. Doch die Berechnung des pfändbaren Einkommens ist nicht einfach – es gibt viel zu beachten. Vor allem die Pfändungsfreigrenzen, die in der Pfändungstabelle festgelegt werden. Sie werden alle zwei Jahre neu berechnet und gelten aktuell bis Sommer 2015.

Warum Freigrenzen?

Soll der Lohn gepfändet werden, haben sich Gläubiger an das Gericht gewendet, das nun seinerseits den Arbeitgeber auffordert, einen Teil des Lohnes einzubehalten. Doch da der Schuldner in vielen Fällen seinen Zahlungsverpflichtungen deshalb nicht nachkommt, weil die Barschaft dafür fehlt, müssen die Lebenshaltungskosten dennoch durch den aktuellen Lohn gedeckt werden. Denn in solchen Fällen kann nicht davon ausgegangen werden, dass der Schuldner über so viel finanzielles Polster verfügt, dass er ohne Gehalt abgesichert wäre. Dies erklärt die Notwendigkeit von Freigrenzen.

Pfändungsfreigrenze nach Familiengröße 

Doch die Freigrenze des Einkommens, unter der nicht gepfändet werden darf, ist unterschiedlich hoch. Denn hier wird berücksichtigt, dass der Angestellte eventuell nicht nur sich selbst zu unterhalten hat, sondern auch Kinder oder Ehegatten, Eltern oder andere nahe Verwandte. Um die Berechnung für die Arbeitgeber einfacher zu machen, müssen diese „nur“ das Einkommen ermitteln, das gepfändet werden dürfte (bestimmte Lohnteile werden ein- andere aber nicht eingerechnet). Im nächsten Schritt müssen sie überprüfen, welche Unterhaltsverpflichtungen der Mitarbeiter hat, und können so in der Tabelle ablesen, ob das von Ihnen ermittelte pfändbare Einkommen eine Zahlung an den Gläubiger zulässt.

 Pfändungsfreigrenzen 2014

Um steigende Lebenshaltungskosten und die Inflation zu berücksichtigen, wurde festgelegt, dass die Pfändungstabelle alle zwei Jahre erneuert wird, also die Freigrenzen erhöht werden. Zuletzt erfolgte eine solche Anpassung 2013. Die aktuellen Zahlen sind somit gültig vom 1.7.2013 bis zum 30.6.2015. Veröffentlicht werden sie jeweils durch eine  „Bekanntmachung zu § 850 c der Zivilprozessordnung“, die auch „Pfändungsfreigrenzenbekanntmachung“ genannt wird. In 2013 beinhaltete diese als Beispiel die Erhöhung in Absatz 1, Satz 1 von 1.028,89 auf 1.045,04 Euro. Somit werden aktuelle Gegebenheiten schrittweise berücksichtigt. 

Berechnung durch Arbeitgeber 

Damit das eventuell pfändbare Einkommen zunächst korrekt ermittelt wird, muss vom Bruttolohn all das abgezogen werden, was nicht pfändbar ist, wie zum Beispiel Weihnachtsgeld unter 500 Euro. Erst wenn hier alle Positionen geprüft und abgesetzt sind, wird das Nettoeinkommen errechnet und zwar durch Absetzen der Sozialversicherungsbeiträge und Steuern vom Bruttolohn. Von diesem so errechneten Nettolohn wird die Freigrenze laut Tabelle abgezogen. Erst was danach verbleibt, muss dem Gläubiger überwiesen werden.

Fazit: Die Berechnung durch den Arbeitgeber muss gesetzeskonform erfolgen und danach zum Freibetrag ins Verhältnis gesetzt werden. Nur wenn freies Nettoeinkommen verfügbar bleibt, kann dieses für die Schuldentilgung eingesetzt werden. Unter http://de.wikipedia.org/wiki/Pf%C3%A4ndungstabelle sind die aktuellen Freigrenzen je nach Zahl der Unterhaltsberechtigten aufgeführt.

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