Dienstwagen, Märzklausel und Co. – 10 Besonderheiten in der Lohnabrechnung Teil 2.

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Mit diesem zweiten Artikel aus unserer Serie – 10 Besonderheiten in der Lohnabrechnung möchten wir weitere Spezialfälle in der Lohnabrechnung kurz und informativ darstellen. Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim weiterlesen. Es folgen nun weitere Besonderheiten in der Lohnabrechnung:

Tarifverträge

Tarifverträge sind aus bestimmten Branchen und aus dem öffentlichen Dienst bekannt. Sie regeln die Bedingungen eines Arbeitsverhältnisses. Vertragsparteien sind die  Gewerkschaften als Vertretung der Arbeitnehmer  und Arbeitgeberverbände. Tarifverträge sind bei der Lohnabrechnung zu berücksichtigen, da z.B. die Höhe der Entgelte festgelegt ist sowie Urlaub und Arbeitszeiten hieraus hervorgehen.

Mutterschutz

Werdende Mütter unterliegen während 6 Wochen vor und 8 Wochen nach der Entbindung der Mutterschutzfrist und dürfen gemäß der § § 3 und 6 Mutterschutzgesetz nicht beschäftigt werden. Es sei denn, Sie erklären sich ausdrücklich dazu bereit. Die Mutterschutzfrist kann sich bei Früh- und Mehrlingsgeburten auf bis zu 12 Wochen verlängern.

In der Sozialversicherung ist die Mutterschutzfrist als Unterbrechung des Arbeitsverhältnisses anzusehen.

Laut § 13 Mutterschutzgesetz bekommen Mütter bzw. werdende Mütter, die in einer gesetzlichen Krankenkasse versichert sind, während des Mutterschutzes, Mutterschaftsgeld in Höhe von höchstens € 13,00 pro Kalendertag. Dieses Mutterschaftsgeld ist steuer- und beitragsfrei.

Wenn das durchschnittliche tägliche Nettoentgelt der letzten 3 Monate vor Beginn der Mutterschutzfrist die € 13,00 übersteigt, muss der Arbeitgeber einen Zuschuss zahlen. Auch dieser Zuschuss ist steuer- und beitragsfrei.

Vermögenswirksame Leistungen

Der Arbeitgeber kann für den Arbeitnehmer vermögenswirksame Leistungen, abgekürzt auch VWL oder VL, anlegen. Sie dienen dem Vermögensaufbau und gehen direkt vom Gehalt ab. Der Arbeitgeber kann einen freiwilligen Zuschuss zahlen. Dieser kann arbeits- oder tarifvertraglich festgelegt sein. Die Arbeitnehmersparzulage wir nur für eine Sparsumme von höchstens € 40,00 im Monat gezahlt. Der Arbeitgeber kann aber auch nur einen Anteil der Sparsumme übernehmen. Der Arbeitnehmer kann dann die Summe mit eigenen Mitteln aufstocken. Der Staat wertet diese Sparformen mit der so genannten Arbeitnehmersparzulage auf. Für VWL gibt es verschiedene Sparformen gemäß § 2 Abs. 1 V Vermögensbildungsgesetz (VermBG)  z.B. Bausparverträge, Lebensversicherungen oder betriebliche Altersvorsorge.

Bausparverträge laufen beispielsweise immer 6 Jahre plus 1 Jahr Ruhezeit. Damit der Anspruch auf die staatliche Förderung gewährleistet ist, darf der Vertrag in dieser Zeit nicht aufgelöst werden.

Lebensversicherungen müssen hingegen laut § 9 Abs. 1 5. VermBG  eine Laufzeit von mindestens 12 Jahren einhalten.

Damit die vermögenswirksamen Leistungen überhaupt staatlich gefördert werden, darf das Einkommen des Arbeitnehmers bei den unterschiedlichen Sparformen jeweils einen festgelegten Betrag nicht übersteigen.

 Lohnfortzahlung

Der Arbeitgeber muss in bestimmten Fällen, in denen der Arbeitnehmer seine Arbeit nicht verrichten konnte, das Arbeitsentgelt weiter zahlen. Beispiele hierfür sind Krankheiten, Feiertage, Urlaub und nachgewiesene, unverschuldete Arbeitsverhinderung z. B. Todesfall im engsten Familienkreis.

Im Krankheitsfall hat der Arbeitgeber für 6 Wochen das volle Entgelt zu zahlen. Bei verschiedenen Krankheiten nacheinander besteht für jede Einzelne Anspruch auf 6 Wochen Lohnfortzahlung. Tritt eine Krankheit innerhalb von einem Jahr mehrmals auf, so sind die Kranktage aus derselben Krankheit anzurechnen.

Für Kleinbetriebe gilt das Umlageverfahren U1. Arbeitgeber zahlen einen Beitrag und erhalten dadurch während der Krankheit eines Arbeitnehmers einen Teil des Arbeitsentgeltes von der Krankenkasse zurück.

Bei gesetzlichen Feiertagen und unverschuldeter Arbeitsverhinderung gilt das Lohnausfallprinzip. Das heißt, dass der Arbeitnehmer das Entgelt bekommt, welches er bekommen hätte, wenn er nicht aufgrund des Feiertages oder der Arbeitsverhinderung nicht zur Arbeit erschienen wäre.

Zuschläge

Bei Zuschlägen handelt es sich um zusätzliche Zahlungen des Arbeitgebers zum Lohn und Gehalt. Zuschläge können z. B. für Nachtarbeit, Sonn- und Feiertagsarbeit oder Mehrarbeit gewährt werden.

Sonn-, Feiertags- und Nachtzuschläge sind bis zu einer bestimmten Grenze steuer- und beitragsfreier Arbeitslohn. Alle anderen Zuschläge sind steuerpflichtig.

Wir haben Ihnen hier nur eine exemplarische Auswahl einiger Besonderheiten aus der  Lohn- und Gehaltsabrechnung in unserer zweiteiligen Artikelserie zusammengestellt. Jede Lohnabrechnung ist individuell und abhängig von den Bedürfnissen der jeweiligen Firma. Besonderheiten und Spezialfälle gibt es sehr viele. Schreiben Sie uns gern Ihren persönlichen Sonderfall als Kommentar zu diesen Artikeln. Eine Antwort haben Sie sich somit auch gesichert.

 

Informieren Sie sich über weitere Besonderheiten der Lohnabrechnung in unserem ersten Artikel aus dieser Serie. Klicken Sie hier, um den Artikel aufzurufen.

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