Folgende Besonderheiten bei einem kurzfristig beschäftigten Minijob sollten Sie als Arbeitgeber wissen!

Folgende Besonderheiten bei einem kurzfristig beschäftigten Minijob sollten Sie als Arbeitgeber wissen!

Gemäß § 8 Abs. 1 SGB IV ist von einem kurzfristig beschäftigten Minijob die Rede, wenn die Anstellung innerhalb eines Kalenderjahres auf einen Zeitraum von maximal drei Monaten oder insgesamt 70 Arbeitstagen befristet ist (gültig ab 01.01.2015). Laut § 8 Abs. 1 SGB IV sind die Arbeitnehmer, die eine derartige kurzfristige Beschäftigung ausüben, gegenüber der Sozialversicherung versicherungsfrei. Wird das Arbeitsentgelt von 450 Euro auf der Minijob Lohnabrechnung überstiegen oder wird die Tätigkeit berufsmäßig ausgeübt, sind die Voraussetzungen für einen kurzfristig beschäftigten Minijob ebenfalls nicht mehr gegeben.

Drei-Monats-Zeitraum oder doch 70 Werktage?

Bei dem vorgegebenen Drei-Monats-Zeitraum wird in der Regel einer Beschäftigung nachgegangen, die an mindestens fünf Tagen pro Woche ausgeübt wird. Gehen Minijobber der Beschäftigung regelmäßig an weniger als fünf Wochentagen nach, ist von einem Arbeitszeitraum von 70 Werktagen die Rede. Das Sozialgesetzbuch – das SGB – betrachtet einen Nachtdienst, der sich auf zwei verschiedene Kalendertage ausweitet, als einen Arbeitstag. Üben Minijobber innerhalb eines Tages verschiedene kurzfristige Beschäftigungen aus, ist in diesen Fällen ebenfalls ein Kalendertag als Arbeitstag gültig. Zeiten mehrerer aufeinander folgende kurzfristiger Minijobs müssen ohne Rücksicht auf die Höhe des Verdienstes zusammengerechnet werden und dann erfolgt die Prüfung, ob die Zeiträume von drei Monaten oder 70 Arbeitstagen innerhalb eines Kalenderjahres überschritten werden. Bei einer Zusammenrechnung von mehreren Beschäftigungszeiten treten an die Stelle des Dreimonatszeitraums 90 Kalendertage. Dies gilt jedoch nicht, wenn es sich bei den einzelnen Beschäftigungen jeweils um volle Kalendermonate handelt. Sind Zeiten zu berücksichtigen, in denen die Beschäftigung regelmäßig an mindestens fünf Tagen in der Woche mit einer Arbeitszeit von weniger als fünf Tagen ausgeübt wurde, dann ist von dem Zeitraum von 70 Arbeitstagen auszugehen.

Wird im Laufe eines Kalenderjahres eine neue Beschäftigung in Form eines Minijobs aufgenommen, müssen Arbeitgeber im Vorfeld genau prüfen, ob die zeitliche Grenze von 70 Arbeitstagen oder drei Monaten nicht überschritten wird. Wird diese Limitierung durch eine Zusammenrechnung mehrerer Beschäftigungsverhältnisse in dieser Form tatsächlich überschritten, ist nicht mehr von einem kurzfristig beschäftigten Minijob, sondern einer regelmäßigen Beschäftigung die Rede. Das Überschreiten dieser Zeitgrenze geht mit einer Versicherungspflicht der Minijobber einher. Arbeitgeber sollten bei der Erstellung der Minijob Lohnabrechnung ebenfalls beachten, dass eine etwaig eintretende Versicherungspflicht an dem Tag beginnt, an dem die Überschreitung bekannt wird.

Dem SGB zufolge ist ein kurzfristig beschäftigter Minijob spätestens nicht mehr dann der Kategorie „kurzfristig“ zuzuordnen, wenn die Tätigkeit berufsmäßig ausgeübt wird und das Arbeitsentgelt von 450 Euro pro Monat regelmäßig überschritten wird. Von einer Berufsmäßigkeit ist die Rede, wenn die Beschäftigung des Arbeitnehmers von hoher wirtschaftlicher Bedeutung ist und die Beschäftigung im Rahmen eines Dauerarbeitsverhältnisses oder ein regelmäßig wiederkehrendes Arbeitsverhältnis ausgeübt wird. Es besteht allerdings die Möglichkeit, eine Beschäftigung für maximal ein Jahr zu befristen und damit die Voraussetzung für einen kurzfristigen Minijob zu erfüllen, allerdings nur, wenn dies über einen Rahmenarbeitsvertrag erfolgt, der einen Arbeitseinsatz von maximal 50 Arbeitstagen vorsieht.

Als nicht berufsmäßig gelten kurzfristige Minijobs, die zur Überbrückung zweiter Lebensabschnitte angenommen werden. Ob zwischen Schulabschluss und Studienbeginn, zwischen Schulentlassung und dem Bundesfreiwilligendienst oder dem Beginn eines freiwilligen ökologischen oder sozialen Jahres – in diesen Fällen liegt im Regelfall keine Berufsmäßigkeit vor.
Mit der Gesetzesänderung zum Jahreswechsel 2014/2015 ist bei kalenderjahrüberschreitenden kurzfristigen Beschäftigungen zu beachten, dass die Beurteilung zur Kurzfristigkeit für über den 31.Dezember 2014 hinausgehende Beschäftigungen nach dem für den jeweiligen Beschäftigungszeitraum geltenden Recht erfolgt. Entscheidend ist der Zeitpunkt, zu dem die Beurteilung der Beschäftigung zu erfolgen hat und zwar zu Beschäftigungsbeginn und bei jeder Änderung der Verhältnisse. Für Beschäftigungen, die im Jahr 2014 begonnen haben, gelten noch die alten Grenzen mit zwei Monaten oder aber 50 Arbeitstage.

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