Lohnfortzahlung bei Arbeitsunfall

Lohnfortzahlung bei Arbeitsunfall

Die Besonderheiten der Lohnfortzahlung bei Arbeitsunfall

Sind ein Unfall oder eine Krankheit aus der der Arbeitstätigkeit begründet, gelten bei den zustehenden Zahlungen andere Gesetzmäßigkeiten, als bei Krankheiten, die nicht mit der beruflichen Tätigkeit zusammenhängen. Die Folgen trägt die gesetzliche Unfallversicherung.

Wer hat wann Anspruch auf die entsprechenden Leistungen?

Damit eine Krankheit oder ein Unfall entsprechend anerkannt werden, müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein. Dazu gehört die Mitgliedschaft in einer gesetzlichen Unfallversicherung, die über den Arbeitgeber gewährleistet wird (gesetzlich vorgeschrieben). Außerdem muss der Unfall im Zusammenhang mit der versicherten Tätigkeit geschehen sein. Eine Besonderheit ist der Wegeunfall, der den Weg zur und von der Arbeitsstelle beinhaltet. Der Versicherungsschutz wird jedoch verwirkt, wenn der Arbeitnehmer bei Eintritt des Unfalls unter berauschenden Mitteln stand wie Drogen oder Alkohol.

Folgende Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit der Arbeitsunfall als solcher anerkannt wird:

  • Es liegt kein Verschulden des Arbeitnehmers vor.
  • Alle Unfallschutzmaßnahmen wurden eingehalten.
  • Es gab keine tätliche Auseinandersetzung, die ursächlich für das Geschehen war.
  • Der Arbeitnehmer hat sich nicht pflichtwidrig verhalten.
  • Es lag kein Rauschzustand vor.

Besonderheiten der Lohnfortzahlung bei Arbeitsunfällen

Wie bei anderen Krankheiten und Unfällen auch, beträgt die Dauer der Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber 6 Wochen. In dieser Zeit wird der Arbeitnehmer finanziell so gestellt, als wäre der Unfall nicht geschehen und er würde seiner Arbeit nachgehen. Für die Zahlung wird das durchschnittliche Gehalt der letzten 3 Monate berechnet. Dabei finden, wie normalerweise auch, Überstunden oder Fahrtkostenzuschläge etc. keine Berücksichtigung, Wochenendzuschläge und Ähnliches aber schon.

Im Falle einer nicht arbeitsbedingten Krankheit (oder Unfall), werden Krankheitstage zu den 6 Wochen hinzugerechnet, die innerhalb eines Jahres wegen der gleichen Erkrankung eintreten. Im Falle eines Arbeitsunfalles betrifft dies alle Krankheitstage, die innerhalb der letzten 6 Monate wegen dieses Unfalles auftreten. Sonst muss die Entgeltfortzahlung durch den Arbeitgeber erneut für 6 Wochen erfolgen.

Zahlungen der Unfallkasse

Wie bei klassischen Erkrankungen auch, tritt nach den 6 Wochen die Krankenkasse in die Zahlung ein. Allerdings holt diese sich im Falle eines Arbeitsunfalles die Leistung von der Unfallkasse (SGB VII) zurück. Die Beiträge zur Unfallversicherung und der Berufsgenossenschaft zahlt der Arbeitgeber. Kosten wie Fahrten zu medizinischen Maßnahmen kann sich der Arbeitnehmer zudem von der Berufsgenossenschaft erstatten lassen. Die Meldung über den Arbeitsunfall müssen sowohl Arbeitgeber als auch der Durchgangsarzt bei der Berufsgenossenschaft einreichen. ( § 193 Abs. 1 SGB VII) Der Arbeitnehmer hat die Pflicht, sich vom so genannten Durchgangsarzt behandeln zu lassen. Das Recht auf freie Arztwahl wird hier eingeschränkt.

Das Verletztengeld

Nach Ablauf der 6-Wochen-Frist zahlt die Krankenkasse im Auftrag der Unfallkasse das so genannte Verletztengeld, welches ebenso hoch ist, wie das Krankengeld nach 6-wöchiger Krankheit. Beides beträgt 80 % des Bruttolohnes, Arbeitnehmeranteile zur Arbeitslosen -und Rentenversicherung werden abgezogen.

Wiederherstellung der Arbeitskraft

Alle Maßnahmen sollen der Wiederherstellung der Arbeitskraft dienen. Dazu kann auch eine Umschulung gehören. Der Anspruch auf Verletztengeld erlischt nach 78 Wochen gerechnet vom Beginn der Arbeitsunfähigkeit an. Besteht danach eine weitere Minderung der Erwerbsfähigkeit von mindestens 20 %, zahlt die Berufsgenossenschaft eine Verletztenrente.

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