Lohnoptimierung – was ist das?

Lohnoptimierung – was ist das?

 

Der Personalkostenanteil in Deutschland ist im Vergleich zu anderen Ländern sehr hoch. In fast jedem zweiten Unternehmen machen die Lohn- und Gehaltskosten prozentual zu den Gesamtkosten gesehen den größten Anteil aus. Folge davon ist, dass die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens sinkt und auch der finanzielle Spielraum eingeschränkt wird.

Die Lohnoptimierung verhilft dem Unternehmen, die Kosteneffizienz zu steigern, was jedoch nicht zu Lasten der Arbeitnehmer vonstattengeht, sondern ihnen in der Regel einen höheren Nettobetrag einbringt.

Vom Staat gefördert – die Lohnoptimierung

Bei jeder Entgeltabrechnung erfolgen bei den Arbeitnehmern sozialversicherungsrechtliche und steuerliche Abzüge. Ist das Brutto-Entgelt relativ hoch, kommt unter dem Strich ein recht niedriges Netto-Entgelt heraus. Hier gibt der Gesetzgeber durch einige gesetzliche Regelungen die Möglichkeit, das Netto-Entgelt zu erhöhen.

Demnach handelt es sich bei der Lohnoptimierung um ein vom Staat gefördertes Instrument, das Mitarbeiter motivieren und binden soll – mit gleichzeitiger Entlastung des Arbeitgebers. Innerhalb der Lohnoptimierung finden verschiedene Bausteine Anwendung, teilweise sind diese sehr komplex und aufwändig, teilweise auch relativ einfach umzusetzen.

Möglichkeiten der Lohnoptimierung

  • Betriebliche Krankenversicherung
  • Arbeitgeber-Darlehen
  • Kinderbetreuung
  • Pauschalen für Handy / Internet
  • Geschenke / Aufmerksamkeiten
  • Kantinenessen, Essensgutscheine
  • Warengutscheine
  • Vermögensbeteiligungen

Diese und andere Maßnahmen und Möglichkeiten fallen nicht in das eigentliche Brutto-Entgelt, sie sind sozialversicherungsfrei. Auf die Gelder müssen somit keine Sozialabgaben entrichtet werden und es werden auch keine Steuern darauf erhoben.

Vorteile der Lohnoptimierung

Die Lohnoptimierung, auch als Netto-Entgelt-Optimierung (NEO) bezeichnet, kann für das Unternehmen und die Mitarbeiter einige Vorteile mit sich bringen. Dies können sein:

  • Im Vergleich zu einer Gehaltserhöhung bringt die Lohnoptimierung eine höhere Netto-Quote
  • Senkung der Arbeitgeberkosten und die Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens
  • Schaffung finanzieller Freiräume für die Altersversorgung der Arbeitnehmer
  • Das Unternehmer wird am Markt als Arbeitgeber attraktiver

Beispiele der Nettolohnoptimierung

Gutscheine, Warengutscheine und Shopping-Karten können zur Nettolohnoptimierung eingesetzt werden. Verpflegungsgutscheine für das Essen in der Kantine gehören hier ebenfalls dazu. Bis zu einem Wert von 44 Euro pro Monat kann der Arbeitnehmer diese Gutscheine erhalten, ohne dass diese als Extra zum Entgelt versteuert werden müssen. Es dürfen allerdings explizit keine Geldsummen ausgewiesen werden.

Auch der Zuschuss zur Kinderbetreuung ist eine weitere Möglichkeit der Lohnoptimierung. In diesem Falle könnte der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer einen Zuschuss zum Kindergartenplatz gewähren.

Internet- oder Handypauschalen sind – je nach Branche – ebenfalls als Nettolohnoptimierung möglich. Arbeiten Arbeitnehmer zum Beispiel zum Großteil im Home Office-Bereich, kann eine monatliche Pauschale für den Internetanschluss vom Arbeitgeber übernommen werden. Oder beim Handy zahlt der Arbeitgeber einen gewissen Anteil bei der Abrechnung.

Eine weitere Art der Lohnoptimierung bieten die betriebliche Gesundheitsförderung und die betriebliche Altersvorsorge. Diese beiden Möglichkeiten senken nicht nur die Lohnkosten, sondern sind eine gute Zukunftsinvestition für den Arbeitgeber.

Beispiel der Lohnoptimierung

Ein Mitarbeiter des Unternehmens erhält einen Sachkostenzuschuss von 44 Euro und für die Handynutzung 35 Euro. Zudem hat der Arbeitnehmer Werbung des Unternehmens auf seinem Fahrzeug und erhält dafür einen Betrag von 21 Euro – macht in der Summe 100 Euro. Dieser Betrag wird im Zuge der Lohnumwandung von 100 Euro Brutto zu 100 Euro Netto, das heißt, diese Art der Lohngestaltung kommt 1:1 beim Mitarbeiter an.

Um den gleichen Nettoeffekt (mit Lohnsteuerklasse 1, evangelisch, keine Kinder) zu erhalten, hätte der Bruttolohn pro Monat um 95 Euro angehoben werden müssen – Mehrkosten für den Arbeitgeber von 1.404 Euro pro Jahr.

Lohnerhöhung im Vergleich zur Lohnoptimierung

Würde der gleiche Mitarbeiter eine Bruttolohnerhöhung von 50 Euro erhalten, kämen Netto 25 Euro bei ihm an. Dem Arbeitgeber würde diese Lohnerhöhung Mehrkosten von 62 Euro verursachen – und das jeden Monat. Eine Lohnoptimierung ist somit für beide Seiten eine interessante Variante.

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