Mehrfachbeschäftigung

Mehrfachbeschäftigung

Immer mehr Arbeitnehmer  haben heute mehr als nur einen Job, durch die flexible Arbeitszeitgestaltung und den stark wachsenden Arbeitsmarkt geht der Trend zum Zweitjob, doch auf was müssen Sie als Arbeitgeber achten, wenn Ihre Mitarbeiter bei mehreren Unternehmen tätig sind und was versteht man unter der Mehrfachbeschäftigung?

Ist ein Arbeitnehmer gleichzeitig bei verschiedenen Arbeitgebern beschäftigt, spricht man von einer Mehrfachbeschäftigung. Da die  Mehrfachbeschäftigung in der Lohnabrechnung (bei der Steuer und Sozialversicherung)  zu Besonderheiten führen kann, sollten  Arbeitgeber immer nach weiteren Beschäftigungen der Arbeitnehmer fragen. Dies gilt auch,  wenn ein Minijobber zwei Jobs bei verschiedenen Arbeitgebern oder Tochterfirmen hat.

Steuerliche Berücksichtigung

Für das zweite und jedes weitere Beschäftigungsverhältnis muss die Steuerklasse VI ( § 38b Nr. 6 EStG ) bei der Lohnabrechnung zu Grunde gelegt werden. Der Arbeitnehmer kann dabei bestimmen, bei welchem Arbeitgeber nach der Lohnsteuerklasse VI abgerechnet wird. Informationen zur steuerlichen Berücksichtigung mit Beispielen finden Sie hier: http://www.steuerlinks.de/steuerlexikon/lexikon/mehrfachbeschftigung.html

Sozialversicherungsrechtliche Berücksichtigung 

Die Beitragsberechnung für Mehrfachbeschäftigte ist kompliziert. So müssen Sie als Arbeitgeber die Versicherungspflicht oder –freiheit Ihrer Beschäftigten beurteilen. Übt ein Arbeitnehmer gleichzeitig mehrere Beschäftigungen nebeneinander aus, müssen die Arbeitsentgelte aus diesen Beschäftigungen zusammengerechnet werden und die Höhe des Gesamtentgeltes entscheidet über die sozialversicherungsrechtliche Behandlung.

Für Minijobber mit mehreren Minijobs gilt: Hat ein Arbeitnehmer beispielsweise bei drei Beschäftigungen ein Arbeitsentgelt von jeweils 200,00 Euro monatlich und keine Hauptbeschäftigung, beläuft sich das monatliche Arbeitsentgelt insgesamt auf 600,00 Euro und übersteigt somit die ab Januar 2013 geltende Grenze von 450.00 Euro. Damit kann eine Abrechnung nicht mehr nach den Minijob-Regelungen stattfinden, sondern es handelt sich um ein Beschäftigungsverhältnis in der Gleitzone (405.01 Euro bis 850,00 Euro) und muss nach den Gleitzonen-Regelungen abgerechnet werden. Der Arbeitnehmer hat bei Beschäftigungen in der Gleitzone nur einen reduzierten Sozialversicherungsbeitrag zu zahlen. Bei 450,01 Euro sind das ca. 15 Prozent des Arbeitsentgelts steigernd bis ca. 20 Prozent bei 850,00 Euro Arbeitsentgelt. Der Arbeitgeber hat immer stets den vollen Beitragsanteil zu zahlen.

Für vor dem 01.Januar 2013 in der Gleitzone Beschäftigte gelten die Bestandsschutz- und Übergangsregelungen.

Nähere Informationen zu den Bestandsschutzregelungen sowie einen Gleitzonenrechner finden Sie unter http://www.aok-business.de/tools-service/minijob-und-gleitzonenrechner/minijob-und-gleitzonenrechner-2014/.

 

Mehrfachbeschäftigung – Neue Regelungen per 01.01.2013

Es werden alle Arbeitsentgelte aus jedem Beschäftigungsverhältnis in der Höhe berücksichtigt, wie Sie Ihrem Anteil an der Beitragsbemessungsgrenze – auch Jahresarbeitsentgeltgrenze genannt – des jeweiligen Sozialversicherungszweiges entsprechen. Auf Grund der unterschiedlichen Beitragsbemessungsgrenzen für die Kranken- und Pflegeversicherung einerseits sowie für die Renten – und Arbeitslosenversicherung andererseits erfolgt die anteilige Berechnung der SV-Pflicht. Die Aufteilung der Beiträge zwischen Arbeitgebern erfolgt im Verhältnis der Entgelte zueinander.

Zur korrekten monatlichen Beurteilung der Versicherungspflicht bzw. Versicherungsfreiheit muss seit 2013  für Angestellte mit mehreren Beschäftigungen jeder beteiligte Arbeitgeber der Krankenkasse das von ihm gezahlte beitragspflichtige Arbeitsentgelt in einer Monatsmeldung mit Mehrfachbeschäftigungskennzeichen mitteilen. Im Folgenden sind dann so lange die monatlichen Monatsmeldungen abzugeben, wie die Mehrfachbeschäftigung besteht. Wenn der Arbeitgeber keine Monatsmeldung übermittelt, wird diese seitens der Krankenkasse maschinell angefordert.

Damit der Arbeitgeber diese Meldungen korrekt absetzen kann, ist im Gegenzug der Arbeitnehmer verpflichtet, dem Arbeitgeber neben dem Vorliegen weiterer Beschäftigungsverhältnisse auch das daraus resultierende Entgelt zu melden. Auch bei Unterbrechung einer Arbeit z.B. auf Grund einer Saisontätigkeit oder bei Beendigung muss sofort eine Mitteilung an den Arbeitgeber erfolgen.

Nach den neuen Regelungen teilt die Krankenkasse dann den beteiligten Arbeitgebern das Gesamtarbeitsentgelt mit, wenn entweder die besonderen beitragsrechtlichen Regelungen der Gleitzone (450,01 – 800 € Monatseinkommen) zu beachten sind oder die Entgelte der Beschäftigungen insgesamt die Beitragsbemessungsgrenze überschreiten. Keine Versicherungspflicht in der Krankenversicherung besteht, wenn die Jahresarbeitsentgeltgrenze (auch Beitragsbemessungsgrenze genannt), die jedes Jahr neu festgesetzt wird, im lfd. und Folgejahr überschritten wird. Zur Prüfung einer Versicherungsfreiheit in der Krankenversicherung müssen alle erzielten Arbeitsentgelte addiert und mit der Jahresarbeitsentgeltgrenze / Beitragsbemessungsgrenze verglichen werden.

Eine Ausnahme stellt folgende Konstellation dar: Der Arbeitnehmer geht einer versicherungspflichtigen Hauptbeschäftigung nach und hat noch eine zweite geringfügig entlohnte Beschäftigung bis 450,00 Euro. Wird nur ein einziger Minijob ausgeführt, bleibt dieser versicherungsfrei und wird nicht zur Hauptbeschäftigung hinzugerechnet.

Arbeitgeber, die der Komplexität Mehrfachbeschäftigung entgehen wollen, können ihren Arbeitnehmern aber auch weitere Beschäftigungen z.B. bei branchengleichen Firmen untersagen bzw. per Arbeitsvertrag vereinbaren, dass einer weiteren Tätigkeit auf jeden Fall durch den Arbeitgeber zugestimmt werden muss.

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