Mindestlohn und Zeiterfassung

Mindestlohn und Zeiterfassung

Seit Einführung des Mindestlohns im Januar 2015 gibt es auch Aufzeichnungspflichten für Arbeitgeber. Nach § 17 MiLoG ist der Arbeitgeber verpflichtet, Beginn und Ende und die Dauer der täglichen Arbeitszeit aller Beschäftigten festzuhalten. Es reicht nicht aus, die täglich erbrachten Arbeitsstunden zu dokumentieren. Dabei müssen diese Aufzeichnungen spätestens zum Ablauf des siebten, auf den Tag der Arbeitsleistung darauffolgenden Kalendertages, erfolgen. Die Aufzeichnungen müssen dann für mindestens 2 Jahre – ab dem maßgeblichen Zeitpunkt der Aufzeichnung beginnend –aufbewahrt werden.

In puncto Dokumentation der Arbeitszeiten gibt es von Seiten des Gesetzgebers keine Vorgaben. So können die Arbeitszeiten in Papierform, elektronisch als Excel-Tabelle oder über ein Zeiterfassungssystem (z.B. das kostengünstige Zeiterfassungsmodul von lohndirekt) geführt werden.

Generell sind alle Wirtschaftsbereiche und Wirtschaftszweige von der Arbeitszeit-Dokumentation betroffen, die nach § 2a SchwarzArbG tätig sein. Dies sind beispielsweise Arbeitgeber aus dem Bau- und Logistikgewerbe, der Gebäudereinigung, der Forstwirtschaft und dem Gaststätten- und Beherbergungsgewerbe.

Zudem gilt für alle Minijobber die Aufzeichnungspflicht. Das heißt, Arbeitgeber, die Minijobber beschäftigen – unabhängig von den genannten Branchen § 2a SchwarzArbG – müssen grundsätzlich die Arbeitszeiten dokumentieren.

Die Pflichtangaben zum Mindestlohn

 

Mitarbeiter: _____________________Monat/Jahr:___________
TagBeginn (Uhrzeit)Ende (Uhrzeit)Pause (Stunde)Arbeitszeit
1
2
3
3
4
Datum/Unterschrift Mitarbeiter:_______________________________

Neben den Beginn-, Ende- und Pausenzeiten müssen auch Überstunden und Fehlzeiten, beispielsweise Krankheit oder Urlaub, erfasst werden.

Änderung der Mindestlohndokumentationspflichtenverordnung

Zum 1. August 2015 sind einige Erleichterungen in puncto Aufzeichnungspflicht beim Mindestlohn in Kraft getreten.

Weniger Dokumentation bei Mindestlohn

Ab dem 1. August 2015 gilt die Mindestlohndokumentationspflichtenverordnung. In dieser wird die Einkommensschwelle von 2.958 Euro in der Form ergänzt, dass die Pflicht der Aufzeichnung nach dem Mindestlohngesetz dann entfällt, wenn das regelmäßige Monatsentgelt 2.000 Euro übersteigt und dieses auch in den letzten tatsächlich abgerechneten 12 Monaten nachweislich ausgezahlt wurde.

Die Aufzeichnungspflicht zur täglichen Arbeitszeit entfällt bei einer Vollzeitbeschäftigung.

Und auch hier gilt: Ausnahmen bestätigen die Regel

Arbeiten enge Familienangehörige wie Ehegatten, Kinder, eingetragene Lebenspartner oder die Eltern des Arbeitgebers im Unternehmen des Arbeitgebers, sind diese ebenfalls von der Aufzeichnungspflicht der täglichen Arbeitszeit ausgenommen.

Auch für bestimmte, vor allem ausschließlich mobile Tätigkeiten, gelten vereinfachte Aufzeichnungsbestimmungen. Und Minijobber, die in privaten Haushalten tätig sind, sind nicht von der Aufzeichnungspflicht betroffen.

Aufbewahrung der Aufzeichnungen

Die Aufzeichnungen über die Arbeitszeiten der Arbeitnehmer müssen zu den Entgeltunterlagen für die Sozialversicherung genommen werden. War das Führen der Entgeltunterlagen für Arbeitgeber von geringfügig Beschäftigten nicht unbekannt, gelten seit Einführung der Dokumentations- und Aufzeichnungspflichten konkrete gesetzliche Vorgaben, die einzuhalten sind. Bei Nichteinhaltung dieser Pflichten droht dem Arbeitgeber ein – möglicherweise saftiges – Bußgeld.

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