Reform des Reisekostenrechts (§ 9 Absatz 4a EStG) ab 01.01.2014

Reisekostenabrechnung von lohndirekt

Mit dem Gesetz zur Änderung und Vereinfachung der Unternehmensbesteuerung und des steuerlichen Reisekostenrechts vom 20. Februar 2013 (BGBl. I S. 285, BStBl I S. 188) wurden die bisherigen steuerlichen Bestimmungen zum steuerlichen Reisekostenrecht umgestaltet. Hier finden Sie eine kleine Zusammenfassung der ab 01.01.2014 geltenden neuen Regelungen:

Eintägige Dienstreisen:

Die bisherige Staffelung der Mindestabwesenheitszeiten (mehr als 8 bzw. 14 Stunden) und der Verpflegungspauschalen (6 bzw. 12 Euro) wird durch nur eine Pauschale von 12 Euro bei einer Mindestabwesenheitszeit von mehr als 8 Stunden ersetzt.

Mehrtägige Dienstreisen:

Für den An- und Abreisetag einer mehrtägigen auswärtigen Tätigkeit mit Übernachtung kann ab 2014 ohne jegliche Prüfung einer Mindestabwesenheitszeit eine Pauschale von jeweils 12 Euro vom Arbeitgeber steuerfrei ersetzt werden. Für ganze Kalendertage (also jeweils 24 Stunden Abwesenheit) beläuft sich die Pauschale weiterhin auf 24 Euro.

Auslandsreisekostensätze:

Für Tätigkeiten im Ausland gibt es zukünftig ebenfalls nur noch zwei Pauschalen unter den gleichen Voraussetzungen wie bei den inländischen Pauschalen. Es ist mit neuen Reisekostentabellen zu rechnen.

„Erste Tätigkeitsstätte“ statt „Regelmäßige Arbeitsstätte“:

Der Begriff der „regelmäßigen Arbeitsstätte“ wird durch den neuen Begriff „erste Tätigkeitsstätte“ ersetzt. Der Begriff der „Arbeitsstätte“ (alt) bzw. „Tätigkeitsstätte“ (neu) ist von zentraler Bedeutung für das Reisekostenrecht und entscheidend z. B. für den Werbungskosten- oder Betriebsausgabenabzug oder auch für steuerfreie Erstattungen des Arbeitgebers.

Bewertung von Arbeitgebermahlzeiten bei beruflicher Auswärtstätigkeit:

Neu sein wird auch die steuerliche Behandlung von Mahlzeiten, die der Arbeitnehmer während einer beruflichen Auswärtstätigkeit unentgeltlich bzw. verbilligt erhält. Zum einen wird dem hieraus entstehenden geldwerten Vorteil durch eine Kürzung der Verpflegungspauschalen Rechnung getragen werden. Zum anderen ergänzt eine neue Pauschalierungsvorschrift die Möglichkeiten der Steuerübernahme durch den Arbeitgeber, wenn der Arbeitnehmer während einer Dienstreise unentgeltlich verpflegt wird.

Die Finanzverwaltung hat ein 52seitiges Anwendungsschreiben unter dem Link – http://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Downloads/BMF_Schreiben/ bekannt gegeben.

 

(BMF-Schreiben vom 30.9.2013 IV C 5 – S 2353/13/10004; DOK 2013/0862915)

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