Schöne neue Arbeitswelt: Das Ende der Galeeren

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Junge, engagierte Fachkräfte sind heute immer schwerer an ein Unternehmen zu binden. Sie sind mit dem Wissen aufgewachsen, dass ohnehin nichts im Leben auf Dauer ist, und haben keine Ängste vor Veränderungen. Sie sind im wörtlichen Sinne neugierig: gierig auf Neues. Und sie schätzen ihre persönliche Freiheit über alles. So sind sie auch jederzeit bereit, den Arbeitgeber oder sogar den Beruf zu wechseln. Wer da noch versucht, solche Mitarbeiter mit antiquierten Methoden an die Ruderbank zu fesseln, wird bald allein auf einem untergehenden Schiff stehen.

Sich wohlfühlen – wichtiger als Geld

Als Generation Y bzw. Z fassen Soziologen und Marketingfachleute junge Menschen zusammen, die etwa nach 1980 bzw. 1995 geboren sind. Sie sind von Kindesbeinen an mit digitaler Technologie aufgewachsen und werden daher oft auch als „Digital Natives“ bezeichnet. Als Mitarbeiter sind sie in mancher Hinsicht ideal – engagiert, wissensdurstig, flexibel, selbstständig, offen.

Doch sie erwarten im Gegenzug etwas, das nicht allein durch ein gutes Gehalt abgedeckt wird: Sie wollen sich wohlfühlen bei ihrer Arbeit. Dazu gehören Team-Strukturen möglichst ohne Hierarchien, flexible Arbeitszeiten, Teilzeitmodelle sowie eine gelebte Anerkennungskultur. Wo junge Fachkräfte eine solche Arbeitsumgebung finden, werden sie auch länger bleiben.

Vielen Arbeitgebern ist gar nicht oder nur zum Teil bewusst, dass sie bei der Mitarbeiterbindung Hilfe von ganz unerwarteter Seite bekommen: vom Staat. Denn viele Leistungen, die zum Wohlfühlen beitragen, sind steuerfrei und sparen dem Unternehmen Lohnnebenkosten – darunter auch solche, die speziell für jüngere Mitarbeiter höchst attraktiv sind.

Die Top 5 der steuerfreien Mitarbeiter-Extras

In erster Linie sind da die Mobiltelefonkosten zu nennen, berichtete Towers Watson in einer Studie Anfang 2015. Das Smart-Phone ist für Digital Natives unverzichtbar, und eine Kostenübernahme oder ‑beteiligung steht ganz oben auf der Beliebtheitsliste, egal ob fürs Firmenhandy oder das private Telefon. Ebenfalls sehr beliebt sind Arbeitgeberdarlehen z. B. für Fortbildungen oder den Kauf einer Wohnung, die zu besonders günstigen Konditionen vergeben werden können.

Auf Rang 3 folgen Beihilfen fürs Mittagessen: Seit 2014 können Unternehmen pro Arbeitstag 6,10 Euro für die Mitarbeiterverpflegung ansetzen. Sehr beliebt sind auch Mitarbeiterrabatte für Eigenprodukte bzw. Freimengen. Auf Rang 5 schließlich steht die Unterstützung einer Kinderbetreuung – entweder durch eine eigene Kita oder Kostenzuschüsse. Dabei erwähnt die Studie, dass besonders dieses Extra sich sehr dynamisch entwickelt; für junge Familien und Alleinerziehende kann es ein unschlagbares Plus sein, um einem Unternehmen die Treue zu halten.

Sahnehäubchen aus der Caféteria

Weitere steuerlich geförderte Extras, die – nicht nur – jüngere Mitarbeiter ansprechen, sind

  • die Unterstützung der privaten Altersvorsorge, z.B. durch eine Direktversicherung,
  • die betriebliche Gesundheitsförderung,
  • eine Urlaubsbeihilfe,
  • Jobtickets bzw. ein Fahrtkostenzuschuss,
  • Benzin- und Einkaufsgutscheine,
  • Zuschüsse zur Arbeitskleidung, sofern es sich um Berufskleidung handelt – wobei hier auch einheitliche oder uniformartige Kleidung steuerlich anerkannt werden kann.

Alles in allem bietet sich jedem Unternehmen eine Vielzahl von Möglichkeiten, Mitarbeiter durch steuerfreie Vergünstigungen an sich zu binden. Dabei steht die Geschäftsleitung nicht einmal unbedingt vor der Qual der Wahl. Statt nur ein oder zwei Sahnehäubchen für unterschiedslos alle Mitarbeiter einzuführen, kann sie auf das in den USA erfolgreiche, sogenannte Caféteria-System setzen: Dabei sucht sich jeder Mitarbeiter innerhalb eines vorgegebenen Wertrahmens selbst aus, welche Vorteile für ihn die besten sind. Und letzten Endes passt eine solche Wahlmöglichkeit auch bestens zum Wunsch junger Menschen nach möglichst viel Selbstbestimmung.

 

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