Themenserie Lohnabrechnung Minijob: Die Einführung!

Die Lohnabrechnung bei einem Minijob. Lohnabrechnung Minijob einfach effizient

Die Lohnabrechnung bei einem Minijob

Das Thema Lohnabrechnung ist äußerst komplex und stellt zahlreiche Unternehmen vor eine große Herausforderung. Besonderheiten der Minijob Lohnabrechnung sind der Grund dafür, weshalb Arbeitgeber der Abrechnung eines derartigen geringfügigen Beschäftigungsverhältnisses besondere Beachtung widmen sollten.

Mit unserer Artikelserie zum Thema Lohnabrechnung bei Minijob möchten wir etwas Licht ins Dunkel bringen. Lesen Sie daher gerne zusätzlich zu dieser Einführung die folgenden Artikel in unserem Blog:

 

Besonderheiten des Minijobs

Entlohnen die Arbeitgeber ihre Vollzeit- und Teilzeitangestellten nach Tarif, müssen die Minijobber ebenfalls einen Tariflohn erhalten.

Ein eklatanter Unterschied zum voll sozialversicherungspflichtigen Teil- oder Vollzeitarbeitsverhältnis (Verdienst monatlich ab € 450,01) besteht darin, dass der Arbeitgeber den Minijobber bei der Sozialversicherung anmeldet und – abgesehen von der Höhe des Lohns – nur der Arbeitgeber, die Sozialversicherungsbeiträge mit einer Pauschale trägt.

Mit der Neuregelung der Minijobs ab Januar 2013 sind alle Mini-Job-Arbeitsverhältnisse rentenversicherungspflichtig, es sei denn, dass der Minijobber schriftlich beim Arbeitgeber anzeigt, von der Rentenversicherungspflicht befreit zu werden. Arbeitgeber sollten ihre Minijobber immer auf diese Option hinweisen. Näheres dazu finden Sie in unserem Beitrag „450 Euro Job und die Rentenversicherung“.

Ein weiterer Unterschied ist ein Maximum an Sicherheit bei einem voll sozialversicherungspflichtigen Angestelltenverhältnis, die bei einem Minijob nur unzureichend gewährleistet wird. Denn zum Beispiel müssen Arbeitgeber zwar auch ihren Mini-Jobbern die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall gewährleisten, jedoch erhalten Minijobber nach Ablauf der sechs Wochen Lohnfortzahlung kein Krankengeld von der Krankenkasse, da Minijobber keinen vollen Krankenversicherungsschutz genießen. Näheres zur Krankenversicherung bei einem Minijob finden Sie in unserem separaten Beitrag zu diesem Thema „Wissenswertes zur Krankenversicherung bei einem Minijob„.

Diese Unterlagen müssen Arbeitgeber aufbewahren

Arbeitgeber sind gemäß § 8 Abs. 2 Nr. 7 der Beitragsverfahrensverordnung gesetzlich verpflichtet, bestimmte Entgeltunterlagen der Minijobber aufzubewahren. Zu diesen Unterlagen gehört beispielsweise eine Erklärung, die den Minijob-Mitarbeiter verpflichtet, den Arbeitgeber über die Aufnahme anderer Beschäftigungen zu informieren. Bestehen bereits andere Minijobs, ist seitens des Angestellten ebenfalls eine Erklärung notwendig. Zudem sollten Arbeitgeber eine Information eines kurzfristig geringfügig Beschäftigten über andere kurzfristige Beschäftigungen während eines Kalenderjahres einfordern. Den Aussagen der Deutschen Rentenversicherung ‚Bund‘ zufolge werden Arbeitgeber dieser Nachweisführung gerecht, wenn sie derartige Angaben für eine versicherungsrechtliche Beurteilung des Beschäftigungsverhältnisses über Personalfragebögen erhalten.

Vom 400-Euro-Job zum 450-Euro-Job

War der Minijob über viele Jahre hinweg als klassischer 400-Euro-Job bekannt, hat sich dies  seit dem 1. Januar 2013 mit der Anhebung der Minijob-Verdienstgrenze auf 450 Euro geändert. Von Vorteil ist die Regelung für Arbeitgeber und Arbeitnehmer, da diese Anhebung allen Beteiligten mehr Flexibilität zusichert. Sowohl die Arbeitgeber als auch die Arbeitnehmer profitieren davon, dass in einem verstärkten Umfang gearbeitet werden kann. Diese Bereicherung für das Unternehmen sowie den Arbeitnehmer geht keinesfalls mit einer Veränderung des versicherungsrechtlichen Status einher. Noch vorteilhafter erweist sich diese Regelung, da das Einkommen in zwei Monaten des Kalenderjahres aufgrund unvorhersehbarer Ereignisse überschritten werden darf. Entsprechend dieser Regelung dürfen Minijobber pro Jahr nicht mehr als 5.400 Euro verdienen. In diesem Betrag müssen bei der Lohnabrechnung für Minijobs Sonderleistungen wie Weihnachtsgeld bereits enthalten sein. Wissen Arbeitgeber von vornherein, dass sie die Minijobber nicht über das gesamte Jahr hinweg beschäftigen werden, müssen sie die Jahresgrenze anteilig herunterrechnen.

Zudem wurden ab diesem Zeitpunkt sämtliche Minijobs rentenversicherungspflichtig. Nur auf schriftlichen Antrag des Minijobbers, der dem Arbeitgeber zu übergeben ist, kann sich der Minijobber von der Rentenversicherungspflicht befreien lassen. Näheres dazu finden Sie in unserem Beitrag „450 Euro Job und die Rentenversicherung„.

Besondere Regelungen bei zusätzlichen Beschäftigungsverhältnissen

Gemäß § 8 SGB IV gelten bei der Lohnabrechnung bei Minijob für Arbeitgeber besondere Regelungen, wenn die Minijobber zusätzlich anderen Beschäftigungen nachgehen. Es ist zu beachten: Geht der Angestellte keiner Hauptbeschäftigung, aber anderen Minijobs nach, müssen Arbeitgeber den Lohn aus sämtlichen Minijobs zusammenrechnen. Verdienen die Arbeitnehmer in sämtlichen Minijobs regelmäßig über 450 Euro monatlich, ist ein Arbeitsverhältnis in Form eines Minijobs bei einem neuen Arbeitgeber nicht mehr möglich. Gehen Angestellte einer Hauptbeschäftigung nach und möchten zusätzlich einen Minijob aufnehmen, dürfen Arbeitgeber dieser Regelung zustimmen. Gegen einen Minijob ist neben einer Hauptbeschäftigung gemäß §8 SGB IV nichts einzuwenden. Der einzige Ausnahmefall besteht bei Beamtenverhältnissen. Beamte dürfen so viele Minijobs aufnehmen, wie ihnen beliebt. Allerdings dürfen Beamte ebenfalls kein höheres monatliches Einkommen als 450 Euro durch den oder die Minijob/s erzielen.

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