Werkstudenten im Unternehmen nutzen

Werkstudenten im Unternehmen nutzen

Studenten von ordentlichen Fach- und Hochschulen, die einer geregelten Arbeit nachgehen, die mehr als eine geringfügige Beschäftigung umfasst, werden als Werkstudenten bezeichnet und  sozialversicherungspflichtig geführt. Was es als Unternehmen zu beachten gilt, welche Regelungen speziell für diese Arbeitnehmer gelten und wie sich die Beschäftigung von Werkstudenten im Unternehmen einordnen lässt, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Minijob oder Werkstudent?

Sowohl für Studenten als auch für die Arbeitgeber ist die Entscheidung wichtig, ob die Arbeit als Minijob angemeldet werden sollte oder als Werkstudent. Doch wo liegen die Unterschiede?

Einen Minijob kann jeder annehmen, egal, welcher Tätigkeit er ansonsten nachgeht. Für den Status des Werkstudenten ist es dagegen Voraussetzung, dass der Mitarbeiter als Student in einer ordentlichen Fach- oder Hochschule immatrikuliert ist. Die aktuelle Regelung von 1996 verlangt, dass diese Studenten, sobald sie mehr als geringfügig beschäftigt oder selbstständig tätig sind, versicherungspflichtig in der Rentenversicherung angemeldet werden. In der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung bleiben diese Arbeitnehmer beitragsfrei. Bedingung für diese Möglichkeit der Anstellung als Werkstudent ist eine Tätigkeit, die während der Vorlesungszeit nicht mehr als 20 Wochenstunden umfasst. Hierbei muss die Vorlesungszeit der jeweiligen Hochschule beachtet werden.

Fachliche Unterschiede

Außerdem gibt es einen fachlichen Unterschied zum klassischen Studentenjob. Denn der Werkstudent arbeitet in aller Regel dort, wo er fachliche Unterstützung erhält und sein Studium durch die Tätigkeit gefördert wird. Meistens wird durch das jeweilige Unternehmen Hilfe bei Abschlussarbeiten und Ähnlichem angeboten. Ideal ist es, wenn die theoretischen Kenntnisse des Studiums unmittelbar während der Zeit als Werkstudent fachlich umgesetzt werden können. Solche Zeiten werden dann auch bei Bewerbungen gern positiv berücksichtigt und erleichtern den Start ins Berufsleben, und das nicht nur, wenn man sich im gleichen Unternehmen bewirbt. Denn solche Arten der freiwilligen praktischen Weiterbildung werden von vielen Personalentscheidern gern gesehen.

 

Der Werkstudent und die Sozialversicherung

Wie o.g. ist eine Anmeldung in der Rentenversicherung (vom Bruttolohn sind im Jahr 2014 insgesamt 18,5 % abzuführen hiervon trägt 9,75 % der Werkstudent) verpflichtend. Die Rechtsgrundlagen dazu sind in den § 6 Abs. 1 Nr. 3 SGB V sowie § 27 Abs. 4 SGB III zu finden, wobei es eine weiterführende Rechtsprechung des BSG gibt. Dabei wurde noch einmal betont, dass die wöchentliche Arbeitszeit nicht mehr als 20 Arbeitsstunden betragen darf, was aber ausdrücklich während der Vorlesungszeit gilt und nicht für die Semesterferien. Hier darf die Stundenzahl bis zu einer Vollbeschäftigung erhöht werden.

Eine andere Bemessungsgröße ist das Entgelt. Die Grenze liegt bei 1/7 der Bezugsgröße nach § 18 SGB IV. Hier ist geregelt, wie hoch der Verdienst sein darf, damit die Versicherung innerhalb einer Familienversicherung für Kranken- und Pflegeversicherung bestehen bleibt. Wenn das Monatsentgelt eines Studenten höher ist, gibt es eine Versicherungs- und Beitragspflicht für die Werkstudenten über die studentische Kranken- und Pflegeversicherung. Der Arbeitgeber muss sich an diesem Beitrag nicht beteiligen. Das Unternehmen spart beim Minijob eines Studenten die Pauschalsteuer, wenn er nach seinen persönlichen Steuermerkmalen abgerechnet wird.

Achtung: ab dem 1.1.2015 gilt der gesetzliche Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde. Dieser ist auch an Studenten zu zahlen.

 

Der Vorteil für das Unternehmen

Für ein Unternehmen liegt der Vorteil, solche Werkstudenten zu beschäftigen, klar auf der Hand: zum einen lässt sich ein erheblicher Teil der Sozialabgaben für diese Gruppe der Arbeitnehmer sparen, und zum anderen führt man damit Arbeitskräfte an das Unternehmen heran, die fachlich qualifiziert sind und im Idealfall auch nach dem Studium in der Firma arbeiten werden. Viele Unternehmen sind daher an der Beschäftigung von Werkstudenten interessiert, da sie so ihre Fachkräfte von morgen kennen lernen und sie ohne große Kosten einarbeiten und speziell ausbilden können.

Fazit:

Die Stellung als Werkstudent bringt Vorteile für beide Seiten: der Student hat die Möglichkeit, sich in der Zeit der Ausbildung seinen Lebensunterhalt zu verdienen, und kann dadurch praktische Erfahrungen im angestrebten Berufsfeld sammeln. Außerdem steht meist Hilfe für anstehende Bachelor- oder Masterarbeiten zur Verfügung. Für das Unternehmen sind Werkstudenten praktische und gut ausgebildete junge Menschen, die sich für die Arbeit der Firma interessieren und im Idealfall als Fachkräfte in der Zeit nach dem Studium zurückkehren. Außerdem kosten sie wenig Sozialabgaben (siehe auch http://www.lohn-info.de/studenten.html) und können so zum wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens beitragen.

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